Wahlen in Amerika beleuchtet

Politischer Aschermittwoch der SPD mit Helmut Kuhne

Während in der Regel beim Aschermittwoch der Parteien der verbale Schlagabtausch mit dem politischen Gegner im Vordergrund steht, hatte die Kernstadt-SPD beim Treffen nach Karneval und dem Superdienstag in den USA mit der Betrachtung der Wahlen in Amerika ein ganz anderes, aber durchaus aktuelles Thema auf die Tagesordnung gestellt. Dazu konnte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hans Zaremba im Lokal “Jathe`s Kegelbahnen” mit dem Europaabgeordneten Helmut Kuhne einen profunden Kenner der internationalen Politik begrüßen, der sich im Oktober zum Start der Vorwahlkampagne in den Staaten persönlich einen Eindruck über die Ausgangslage verschafft hatte.

Politischer Aschermittwoch bei Jathe im Südwesten.SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans Zaremba konnte zum achten Mal im Lippstädter Südwesten die Veranstaltung seiner Partei zum Fisch nach Karneval in eröffnen.

Bewertungen und Einschätzungen

Darüber und die Bewertungen nach den bisherigen Entscheidungen bei den Demokraten und den Republikanern vermittelte der 59jährige Bad Sassendorfer in einem dreiviertelstündigen Referat und in der folgenden Aussprache ein umfassendes Bild. Nach der Einschätzung von Kuhne könnten die Europäer mit beiden bei den Demokraten noch im Rennen befindlichen Präsidentschaftsanwärtern (Hillary Clinton und Barack Obama) beim Klimaschutz und in der Außenpolitik leichter eine gemeinsame Basis finden. Das bedeute aber auch, dass eine Präsidentin oder ein Staatschef von den Demokraten von Europa erwarten werde, gemeinsame Auffassung auch zusammen durchzusetzen. “Der Druck auf Deutschland in Bezug auf das militärische Engagement wird nicht nachlassen, eher verstärkt werden”, betonte der Sozialdemokrat.

Wahlen in den USA im Blickpunkt.Aufmerksame Zuhörer bei dem etwas anderen Politischen Aschermittwoch der Kernstadt-Sozialdemokraten in Lippstadt.

Hillary Clinton oder Barack Obama

Unterschiede in außenpolitischen Fragen seien zwischen der ehemaligen Frist Lady und dem Afroamerikaner nur in wenigen Punkten erkennbar. So wollten beide so schnell wie möglich die US-Streitkräfte aus dem Irak abziehen. Während Hillary Clinton vor Jahren dem Irakkrieg zugestimmt habe, sei ihr innerparteilicher Konkurrent Barack Obama – damals nicht im US-Senat – vom Beginn gegen den Feldzug des jetzigen Präsidenten gewesen. “Ich warne allerdings davor, zu schnell Obama für den idealen Kandidaten aus europäischer Sicht zu halten”, gab der Europaabgeordnete zu bedenken und fügte hinzu: “Idealistische Außenpolitik kann schneller zu intensiven Konflikten führen als eine, die Kräfteverhältnisse einkalkuliert.” Keine Prognose wagte Kuhne, wer von beiden der Kandidat der Demokraten werde. “Obama hat eine stärkere charismatische Wirkung, Clinton die stärkere Organisation.” Unvorstellbar sei für ihn, dass zum Schluss beide auf einem gemeinsamen Ticket für die Präsidentschaft und des Vize stehen würden, egal in welcher Formation.

Profunder Kenner der internationalen Politik.Der Europaabgeordnete Helmut Kuhne nahm beim Politischen Aschermittwoch des Lippstädter SPD-Ortsvereins eine bemerkenswerte Einschätzung zu den amerikanischen Präsidentschaftswahlen vor.

Das Comeback von John McCain

Bei den Republikanern sei die Situation übersichtlicher, wo ihr derzeitiger Favorit John McCain ein beachtenswertes Comeback geschafft habe. Vom Personalangebot der konservativen Partei halte er, so Kuhne, den Veteranen und das Folteropfer aus dem Vietnamkrieg für denjenigen, mit dem die Europäer noch am ehesten zusammenarbeiten könnten. Er sei mit den Auffassungen des alten Kontinents vertraut, auch wenn er sie nicht teile. “Er hat den Irakkrieg unterstützt und mit Blick auf den Iran eine sehr drohende Haltung eingenommen, aber er ist kein Abenteurer.” Vor allem sei er in zähen Verhandlungen mit dem umstrittenen Amtsinhaber im “Weißen Haus” immer gegen zweifelhafte Verhörmethoden und gegen Folter eingetreten.

Freude über einen Neuzugang.Am Aschermittwoch konnte der Ortsvereinsvorsitzende Hans Zaremba (links) und der Europaabgeordnete Helmut Kuhne (rechts) ein neues und mit 14 Lebensjahren das jüngste Mitglied in der Lippstädter SPD begrüßen.