Eine Wahl von nur kurzer Dauer

Frauen und Männer aus der Sozialdemokratie im Stadtrat – Teil 8

Mit der Wahl des Stadtrates am 26. September 2004 erfolgte parallel auch die Entscheidung, wer von 2004 bis 2009 den Vorsitz im Stadtrat innehaben sollte und die Verwaltung im Stadthaus zu leiten hatte. Dabei setzte sich der 1997 durch den von der Bürgergemeinschaft (BG) vollzogenen Bruch der “gestalterischen Mehrheit” (SPD, Grüne und BG) ins Spitzenamt gekommene Wolfgang Schwade (CDU) mit 62,75 Prozent gegen die Herausforderin von der SPD, Sabine Pfeffer (37,25 Punkte), durch. Doch dies war eine Wahl von nur kurzer Dauer. Bereits ein halbes Jahr später erklärte der von den Lippstädtern eindrucksvoll bestätigte Bürgermeister mit der “Flucht in die Versicherungswirtschaft” seine neue fünfjährige Amtszeit zum 30. September 2005 abrupt für vorzeitig beendet. Ein seltsamer Umgang mit dem Vertrauen seiner Wähler.

Kommunalwahlkampf 2004.Von links nach rechts mit den sozialdemokratischen Ratsbewerbern im Lippstädter Südwesten, Michael Bosäck und Dr. Yasmine Freigang, der Bürgermeisterkandidatin der SPD, Sabine Pfeffer, und dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Hans Zaremba beim Politischen Aschermittwoch der Kernstadt-Sozialdemokraten auf “Jathe`s Kegelbahnen” in der Nußbaumallee.

Acht zu Acht

Bei der Entscheidung über die Zusammensetzung des Stadtrates im September 2004 wurden die CDU (42,63 Prozent, 21 Sitze), SPD (30,94 Prozent und 16 Sitze), FDP (11,25 Prozent und 6 Sitze), BG (8,42 Prozent und 4 Sitze) und die Grünen (6,62 Prozent und 3 Sitze) gewählt. Die SPD-Fraktion setzte sich aus je acht Mitgliedern aus der Kernstadt (Gudrun Beschorner, Karl-Heinz Brülle, Heinz Gerling, Sabine Pfeffer, Manuel Rodriguez Cameselle, Udo Strathaus, Marlies Stotz und Hans Zaremba) und den Stadtteilen zusammen. Die sozialdemokratischen Vertreter der Dörfer waren Otto Brand (Lipperode), Herbert Heiermeier (Esbeck), Hans-Joachim Kayser (Overhagen), Ute Leweling (Eickelborn), Christian Nernheim (Benninghausen), Gabriele Oelze-Krähling (Cappel), Gunther Schmich (Lipperbruch), und Martin Schulz (Bad Waldliesborn).

FDP Anhängsel der CDU

Die CDU verfügte zwar ab den Herbst 2004 über keine absolute Mehrheit im Rat mehr, was auch ein Ergebnis ihrer schon im Wahljahr 2004 spürbaren internen Querelen war. Dafür verstand sich die damalige FDP in der Ratsperiode 2004 bis 2009 fast immer als ein Anhängsel der kriselnden Union. Insbesondere bei den Abstimmungen über die städtischen Haushalte und die Personalentscheidungen. Erst durch die mit der Kommunalwahl in 2009 vorgenommene personelle Neuaufstellung der FDP hat sich dieses Bild verändert.

Hans Zaremba