Landtagswahl in 2022 im Blick

Willy Brandt – Kanzler der Entspannungspolitik

Erinnerung an die Verleihung des Friedensnobelpreises in 1971

Im Dezember dieses Jahres jährt sich die Vergabe des Friedensnobelpreises an den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt zum 50. Mal. Als vierter Deutsche, der diese Auszeichnung jemals erhalten hat, war die Preisverleihung das Ergebnis für die Anstrengungen des Sozialdemokraten Willy Brandt um die Völkerverständigung und seinen Einsatz zur Verbesserung und Normalisierung der Kontakte von Ost und West.

Bad Westernkotten am Samstag, 14. März 1970: Fünf Tage vor seinem historischen Treffen mit dem Ministerpräsidenten der DDR, Willi Stoph (1914-1999), war der Bundeskanzler Willy Brandt (1913-1992) bei einer öffentlichen Kundgebung seiner Partei zur Landtagswahl im Nachbarort von Lippstadt zugegen. Mit im Bild von links der Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen, Werner Figgen (1921-1991), der Landtagskandidat Horst Marin, das Bundestagsmitglied Engelbert Sander (1929-2004) und die Ratsfrau Elisabeth Langner (1925-1983).
Archiv-Foto: Sammlung Hans Zaremba

Willy Brandt zog neue Mitglieder an

Das außenpolitische Ziel von Willy Brandt mit „Wandel durch Annäherung“, war eine Abkehr von der bis Ende der 60er Jahre von beiden Seiten praktizierten, konfrontativen Politik. Der Kniefall des deutschen Kanzlers in Warschau ist heute ein Symbolbild für die Annäherung an den Osten. Diese neue Art der Außenpolitik zog in den 1970er Jahren viele junge Menschen in die SPD, die sich mit den Idealen des globalen Friedens und atomarer Abrüstung gut identifizieren konnten. So sind der Bundestagsabgeordnete aus Soest, Wolfgang Hellmich, und der Kommunalpolitiker aus Lippstadt, Hans Zaremba, als Folge der Entspannungspolitik von Willy Brandt in die Sozialdemokratie eingetreten.

Einladung zum Livestream

Aus Anlass der 50-jährigen Wiederkehr der Preisverleihung will der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hellmich in einer digital ausgerichteten Veranstaltung daran erinnern. Gemeinsam mit Niels Annen, dem Staatsminister beim Bundesminister des Auswärtigen, soll die Entspannungspolitik und ihre Auswirkungen im Zuge der Demokratisierung in der ehemaligen DDR am Beispiel der sächsischen Stadt Oschatz, an der Hans Zaremba aktiv beteiligt war, ins Gedächtnis zurückgerufen werden. Dazu lädt Wolfgang Hellmich am 17. Juni, der bis zur Wiedervereinigung in 1990 als Tag der deutschen Einheit begangen wurde, ab 19.30 Uhr zum virtuellen Gespräch ein. Zu erreichen ist der Livestream am Donnerstag, 17. Juni, ab 19.25 Uhr, über: https://youtu.be/qvwh8CPAsFc

Steffen Brüseke (Soest) / Karl-Heinz Tiemann (Lippstadt)